Pflegeleistungen

Pflegeleistungen nach Einführung des Pflegestärkungsgesetz 1

 

Pflegegeld für häusliche Pflege

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Monat(in Euro)

 

 

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

123,00

Pflegestufe I

244,00

Pflegestufe I (mit Demenz*)

316,00

Pflegestufe II 458,–

458,00

Pflegestufe II (mit Demenz*)

545,00

Pflegestufe III

728,00

Pflegestufe III (mit Demenz*)

728,00

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von

§ 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Das Pflegegeld kann in Anspruch genommen werden, wenn Angehörige oder Ehrenamtliche die Pflege übernehmen. Das Pflegegeld kann auch mit Pflegesachleistungen kombiniert werden.

 

Ansprüche auf Pflegesachleistungen für häusliche Pflege

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Monat (in Euro) bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

231,00

Pflegestufe I

468,00

Pflegestufe I (mit Demenz*)

689,00

Pflegestufe II

1.144,00

Pflegestufe II (mit Demenz*)

1.298,00

Pflegestufe III

1.612,00

Pflegestufe III (mit Demenz*)

1.612,00

Härtefall

1.995,00

Härtefall (mit Demenz*)

1.995,00

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von

§ 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Pflegesachleistungen können für die Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst eingesetzt werden. Pflegesachleistungen können auch mit dem Pflegegeld kombiniert werden.

 

Pflegehilfsmittel

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Monat (in Euro) bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

40,00

Pflegestufe I, II oder III

40,00

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

Grundsätzlich werden unter dem Begriff Pflegehilfsmittel Geräte und Sachmittel verstanden, die zur häuslichen Pflege notwendig sind, sie erleichtern und dazu beitragen, dem Pflegebedürftigen eine selbstständige Lebensführung zu ermöglichen.

 

Pflege bei Verhinderung einer Pflegeperson durch Personen, die keine nahen Angehörigen sind

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Kalenderjahr bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

1.612,– Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen

Pflegestufe I, II oder III

1.612,– Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege.

 

Seit dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem kann bis zu 50% des Leistungsbetrages für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806,– Euro) künftig zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege kann dadurch auf max. 150% des bisherigen Betrages ausgeweitet werden.

Verhinderungspflege kann auch nur stundenweise in Anspruch genommen werden. Der für die Verhinderungspflege gebrauchte Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

 

Bei einer Ersatzpflege durch nahe Angehörige wird die Verhinderungspflege auch ab 1. Januar 2015 auf bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr ausgedehnt. Die Aufwendungen sind grundsätzlich auf den 1,5fachen Betrag des Pflegegeldes der festgestellten Pflegestufe beschränkt.

 

Teilstationäre Leistungen der Tages-/Nachtpflege

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Monat (in Euro) bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

231,00

Pflegestufe I

468,00

Pflegestufe I (mit Demenz*)

689,00

Pflegestufe II

1.144,00

Pflegestufe II (mit Demenz*)

1.298,00

Pflegestufe III

1.612,00

Pflegestufe III (mit Demenz*)

1.612,00

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

Seit dem 1. Januar 2015 können die Leistungen der Tages- und Nachtpflege neben der ambulanten Pflegesachleistung/dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.

 

Wohnumfeldverbessernde Maßnahme

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Maßnahme bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

4.000,00 Euro (bis 16.000 Euro, wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammen wohnen)

Pflegestufe I, II oder III

4.000,00 Euro (bis 16.000 Euro, wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammen wohnen)

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Wenn ein Pflegebedürftiger oder jemand, der in seiner Alltagskompetenz dauerhaft erheblich eingeschränkt ist, zu Hause gepflegt oder betreut wird, kann es hilfreich sein, das Wohnumfeld an die besonderen Belange des Pflege- oder Betreuungsbedürftigen individuell anzupassen.

 

Kurzzeitpflege

 

Stufe der Pflegebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Kalenderjahr bis zu

Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

1.612,– Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpfl ege bis zu 4 Wochen

Pflegestufe I, II oder III

1.612,– Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 4 Wochen

* Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen

 

Viele Pflegebedürftige (im Sinne des Rechts der Pflegeversicherung) sind nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen, insbesondere zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege in entsprechenden stationären Einrichtungen.

 

Seit dem 1. Januar 2015 wird gesetzlich klargestellt, dass der im Kalenderjahr bestehende, noch nicht verbrauchte Leistungsbetrag für Verhinderungspflege auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden kann. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege maximal verdoppelt werden; parallel kann auch die Zeit für die Inanspruchnahme von 4 auf bis zu 8 Wochen ausgeweitet werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet.

 

 

 

Zusätzliche Betreuungs- (und Entlastungs-)Leistungen

 

Stufe der Pfl egebedürftigkeit

Leistungen ab 2015 pro Monat (in Euro) bis zu

Pflegestufe I, II oder III

(ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz)

104,00

Pflegestufe I, II oder III

(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt)

104,00

Pfl egestufe I, II oder III

(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des erhöhten Betrages berechtigt)

208,00

 

Den Betreuungsbetrag erhalten Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (psychische kranke, behinderte oder demenziell erkrankte Menschen). Es wird je nach Betreuungsbedarf ein Grundbetrag oder ein erhöhter Betrag gewährt.

 

Seit dem 1. Januar werden zusätzliche Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, niedrigschwellige Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen.

 

Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem seit 1. Januar 2015 den nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzten Betrag – maximal aber die Hälfte des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages – für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden.